Auszug aus der "Kölnische Rundschau" vom 4.11.2008
Gospel und Dixie für Bogotá
BEDBURG-KIRDORF. Bereits im vergangenen Jahr konnte der Gospel-Chor „Together“ aus Neuss-Reuschenberg bei einem Benefiz-Konzert in Kirdorf sein Publikum begeistern. Auch in diesem Jahr war der Chor gerne bereit, zugunsten der Bedburger Kolumbien-Hilfe in der Kirdorfer Kirche St. Willibrord zu singen.
Mit dabei hatten sie diesmal die ebenfalls aus Neuss stammende Dixie-Band „Jazz-Stövchen“, die schon vor Konzertbeginn dem zahlreich erschienenen Publikum mit dem unverwechselbaren New-Orleans-Sound mächtig einheizte.
Es ist bereits das zweite Konzert, das „Together“ mit der Jazzband gemeinsam gestaltet, und man kann das Zusammentun der beiden Ensemble nur als Glücksgriff bezeichnen. Gemeinsam ist beiden Formationen nicht nur das stilistisch ähnliche Repertoire, sondern auch die ansteckende Spielfreude, von der sich das Publikum rasch infizieren ließ.
Zwar hatte „Together“ auch seine Hausband mit Keyboard, Schlagzeug und Gitarre dabei, die als verlässlicher Partner den Sound kräftig aufpeppte. Die satte Klangbreite der „Stövchen“ zwischen munterer Klarinette, überstrahlender Trompete und bärentatzigem Sousaphon gestützt vom typisch rasselnden Banjo brachte aber die entscheidende Steigerung im Drive der Musik.
Da konnten dann auch die rund 30 Sängerinnen und Sänger ordentlich aufdrehen. Chor und Musiker wurden über Mikrofone verstärkt, daher geriet die Waage dank geschickter Aussteuerung nicht aus der Balance.
Zu vielen der Spirituals und Gospels, die der Chor unter Leitung von Peter Veiser vortrug, war das Publikum eingeladen mitzusingen. Dazu waren im Programm die Texte abgedruckt, und die Zuhörer ließen sich nicht lange bitten, mit Klatschen und Singen in Songs aus der Kategorie „Go tell it on the mountain“ oder „He s got the whole world“ mit einzusteigen.
Neben dem schwungvollen „Down by the riverside“ oder dem originell eingeleiteten „Oh when the saints“, bei dem Band und Chorsänger sich über die Anzahl der Strophen nicht ganz einig waren, gab es aber auch Nachdenkliches zu hören: „Thy will be done“ erzählte in beeindruckender Strahlkraft, besonders in den Tenören, die sich hier mächtig ins Zeug legten, von der Unvollkommenheit der Menschheit.
Schnell wurde aber wieder mit „Time to celebrate“ die Kurve zu ausgelassener Freude genommen, der der Chor durch wohlorganisiertes Durcheinender in den Stimmführungen Ausdruck verlieh. Auch diverse Gesangssoli aus Reihen des Chores reicherten die Vielfarbigkeit des Konzerts weiter an. Dazwischen spielte die Jazz-Formation Stücke in typischer Session-Manier, für die die wechselnden Solisten frenetischen Szenenapplaus ernteten.
Das abschließende „We shall overcome“, zu dem sich das Publikum von den Kirchenbänken erhob, mochte hier und da für eine Gänsehaut gesorgt haben, die in weiteren Zugaben aber rasch zugunsten der puren Lebensfreude verflog.

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